Die Geschichte des Kaffees

Seit etwa einem Jahrtausend wird Kaffee gehandelt und als Getränk zubereitet. Viele Jahre davor wurde die Pflanze zum ersten Mal im äthiopischen Hochland entdeckt - ob es das tatsächliche Ursprungsland ist, konnte bisher nicht geklärt werden. Auch die Erkenntnisse über die Entwicklung von der Kaffeekirsche zum aufgebrühten Getränk aus gerösteten Kaffeebohnen ist bislang eher nebulös. Als gesichert gilt, dass zunächst die Blätter der Kaffeepflanze als Tee genossen und die Früchte komplett gegessen oder in anderen Gerichten gekocht wurden. Angeblich war es der arabische Sufi-Orden, der zum ersten Mal die zerstoßenen Kaffeebohnen mit Wasser übergossen und aufgekocht hat.

Im 12. Jahrhundert fand der Kaffee seinen Weg in den Rest der Welt, als im Jemen neben diversen Plantagen auch ein zentraler Umschlagplatz für Kaffee enstand - ein Hafen mit dem Namen "Mokka". Zu diesem Zeitpunkt wurde Kaffee zwar bereits getrunken, die überwältigende Geschmacksentwicklung durch das Rösten wurde dennoch erst später entdeckt. Die Handelswege führten vom Jemen ins osmanische Reich und nach Europa, die Nachfrage stieg, die Preise folgerichtig auch. Also setzten die Händler im Jemen alles daran, ihr Monopol zu sichern: Ausfuhrverbote für Setzlinge wurden verhängt, die Plantagen wurden streng überwacht.

Erst im 17. Jahrhundert gelang es den Niederlanden, Kaffeepflanzen aus dem Jemen zu beschaffen und in ihren Kolonien auszubauen, zum Beispiel in Sri Lanka und auf Java. Im 18. und 19. Jahrhundert zogen Frankreich und England nach und brachten den Kaffeeanbau nach Südamerika, Ostafrika und in die Karibik. Im Zuge der Industrialisierung wurde Kaffee zu einem Getränk, dass Menschen aus allen Schichten verband: Das gehobene Bürgertum in Wien und London traf sich zum Plaudern und Diskutieren in prunkvollen Kaffeehäusern, die Arbeiter in ihren Fabriken bekamen gratis Kaffee, um konzentrierter arbeiten zu können.
Da Deutschland keinen Kaffee aus eigenen Kolonien importieren konnte, musste der Kaffee zunächst teuer aus den Nachbarländern eingekauft werden. Dennoch kann Deutschland einige Meilensteine der Kaffeegeschichte für sich verbuchen: Im Jahr 1819 weist der Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge zum ersten Mal den belebenden Wirkstoff Koffein nacht, im Jahr 1905 entdeckt der Bremer Ludwig Roselius, wie man eben jenen Stoff entfernt - die Geburtsstunde des koffeinfreien Kaffees. Drei Jahre später erfindet eine Dresdener Hausfrau namens Melitta Bentz den Kaffeefilter. Mit dem Hamburger Hafen als bedeutenden Umschlagplatz wurde Deutschland letztendlich zur Kaffeenation: Im Durchschnitt werden noch heute rund 150 Liter pro Kopf und Jahr konsumiert.

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