Für bessere Handelsbedingungen

Fair Trade Kaffee

Ein großer Teil der weltweit gehandelten Kaffeebohnen wird in armen Ländern mit zum Teil instabiler politischer Situation angebaut, um später in reiche Industriestaaten exportiert zu werden.

In Ländern wie Äthiopien oder Guatemala entfällt sogar ein entscheidender Anteil des Bruttoinlandsproduktes auf die Exporterlöse im Kaffeehandel. Um den Bauern systematisch eine bessere Entlohnung zu gewährleisten, als der freie Handel an den Kaffeebörsen ermöglicht, haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Verbände formiert, die den fairen Handel fördern und dem Verbraucher durch ein Label mehr Transparenz ermöglichen wollen.

Ähnlich wie bei der Zertifizierung von ökologisch erzeugten Lebensmitteln gibt es im Falle von Kaffee eine Reihe an Siegeln, für deren Vergabe jeweils unterschiedliche Kriterien angesetzt werden. In Deutschland stammt das bekannteste Siegel vom Verband Transfair Germany. Der Verein will eine Entkoppelung des Kaffeepreises von den Schwankungen des Weltmarktpreises erreichen, um die Existenz der beschäftigten Kaffeebauern zu sichern. Ein Teil der Mehreinnahmen durch den teurer verkauften Fairtrade-Kaffee fließt in Bildungs- und Sozialprojekte in den Erzeugerländern. Da die Nachfrage nach fair gehandeltem Kaffee immer weiter steigt, wächst auch die Zahl der Fairtrade-zertifizierten Kaffees.

Der Trend zum Direkthandel zwischen Röster und Produzent führt zu Transparenz und höhere Entlohnung.

Ein weiteres bekanntes Siegel ist der Frosch der Rainforest Alliance. Die internationale Umweltschutzorganisation hat weniger strenge Standards als Transfair, jedoch setzt sie sich umfassend für den Umweltschutz ein und will dazu beitragen, die Gesundheit von Böden und Gewässern zu sichern. Gerade in den letzten Jahren lässt sich ein Trend zum Direkthandel zwischen Röster und Produzent beobachten.

Zwar ist der Handel abseits der Kaffeebörsen für alle Beteiligten wesentlich aufwändiger und nur im kleinen Maßstab möglich, jedoch werden für den Erzeuger durch das Wegfallen von Zwischenhändlern weitaus höhere Margen erreicht und es entsteht größere Transparenz. Zudem ergibt sich für den Röster die Möglichkeit, mit einem höheren Auszahlungspreis aktive Hilfe für die Kooperativen vor Ort zu leisten, indem etwa der Aufbau von Bildungseinrichtungen oder einer medizinischen Grundversorgung in den Verträgen verankert wird.

Fotos: Harborfront digital solutions GmbH