Die Wiederentdeckung der Qualität

The Third Wave of Coffee

In den letzten Jahren hat sich im Bereich des Gourmet-Kaffee der Begriff der "Third Wave of Coffee" etabliert.
Die "First Wave" beschrieb die ersten Schritte des Kaffees in die Küchen und Esszimmer der westlichen Welt. Geprägt von der Industrialisierung und verbesserten Techniken der Kaffeeproduktion wurde Kaffee als Genussmittel für immer mehr Menschen verfügbar, Röstereien waren erstmals in der Lage, mit konstant guter Qualität zu werben.

Im Zuge der "Second Wave" entstanden Kaffeehaus-Ketten, die heute rund um den Globus verbreitet sind. Das Angebot beschränkte sich von nun an nicht mehr auf wenige Sorten von Filterkaffee und Espresso, auch internationale Kaffeespezialitäten mit Milch, kalte Mischgetränke oder "aufgepeppte" Varianten mit Gewürzen oder aromatisierten Sirupen weckten die Kreativität der Baristi und erreichten neue Konsumentengruppen. Große Aufmerksamkeit wurde hierbei auf den Kaffee als Lifestyle-Getränk gelegt: Kaffeehäuser entickelten sich einerseits zum beliebten Treffpunkt in urbanen Räumen, im Gegenzug setzte sich der "Coffee-to-go" als Symbol für eine schnelllebige und flexible Arbeitswelt durch.

Bei der "Third Wave of Coffee" geht es um Qualität, Genuss und das besondere Erlebnis .

Die "Third Wave of Coffee" hat sich in erster Linie der Qualität mit Fokus auf die Vielfalt des Kaffees verschrieben. Standen die ersten "Wellen" noch für große Marken und mit konformer Qualität, erforschen die Akteure der Third Wave den Kaffee viel tiefer. Die Kaffeebohne ist in der Regel komplett rückverfolgbar, nicht nur bis ins Anbauland, sondern bis in die entsprechende Plantage, sodass im besten Falle die besonderen Charakteristika der Anbaugebiete wie beim Wein herausgearbeitet und -geschmeckt werden können. So wird Kaffeeliebhabern die Möglichkeit gegeben, unter einer Vielzahl von "Single Origin"-Kaffees ihre persönlichen Favoriten auszuwählen. 

Die Röster der Third Wave of Coffee sind kaum daran interessiert, Einheitsprodukte anzubieten: Sie nutzen ihre Expertise bei der Rohstoffauswahl und der Produktion, um ein eigenes Röstprofil zu schaffen. Immer beliebter wird das Prinzip des Direct Trade, dem Direkthandel mit Kaffee, bei dem die Röstereien den Rohkaffee nicht von internationalen Kaffeebörsen, sondern direkt von den Produzenten beziehen.
Auf diese Weise sind die Röstereien in der Lage, kleine Chargen besonderer Gourmet-Kaffees einzukaufen, ohne dass beide Seiten finanzielle Einbußen durch Zwischenhändler hinnehmen müssen.
Häufig bieten sie ihre Kaffees in der eigenen Hausrösterei oder lokalen Mini-Ketten an, in der hervorragend ausgebildete Baristi mit professionellem Equipment das Bestmögliche aus den Bohnen herausholen.
Dabei bilden die Röster auch ihre Käufer immer besser aus, indem sie sie nicht nur mit hochwertigem Kaffee, sondern auch den besten Geräten zur Zubereitung in der eigenen Küche ausstatten, begonnen bei der Hario Handmühle über praktische Handfilter bis zu hochwertigen Kaffeebereitern à la AeroPress oder Chemex.

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